Schlüsselwörter:
Registrierung, Knochen, Formvariation, Deformation, Fluoroskopie, C-Bogen, Femur, Wirbel, Röntgenbilder, Orthopädie, Objektlokalisation, Lageerkennung
TUB SystematikAbstract in Deutsch
Beachtliche Fortschritte auf dem Gebiet der medizinischen 3D-Bildgebung (z.B.
Computer-Tomographie) und insbesondere der computergestützten
Visualisierung und Modellierung der gewonnenen Datensätze
ermöglichen heutzutage in vielen Fällen die hochpräzise
Planung eines operativen Eingriffs bereits im Vorfeld der eigentlichen
Operation. Im Falle der Orthopädie ist eine solche Planung z.B. beim
Einsatz von Hüft- und Kniegelenk-Implantaten oder auch bei einer
gezielten Versteifung eines Teils der Wirbelsäule sinnvoll. Diese und
ähnliche Operationen erfordern jeweils die exakte Durchführung
einer Vielzahl komplizierter Arbeitsschritte zur gezielten Manipulation
einzelner Knochen, z.B. dem Setzen von Bohrlöchern, der Entfernung
von Knochenstücken durch entsprechende Sägeschnitte u.ä.
Ehe sich die Ergebnisse der präoperativen Planung während der
Operation optimal verwenden lassen, ist es jedoch nötig, die Lage des
Patienten bzw. der betrachteten Knochenstruktur präzise zu erfassen.
Nur dann ist es überhaupt möglich, die bzgl. des präoperativen
Datensatzes geplanten Arbeitsschritte auch relativ zum realen Knochen exakt
durchzuführen. Diese Lageerkennung wird im medizinischen Umfeld
gemeinhin als Registrierung bezeichnet.
Das zentrale Anliegen dieser Arbeit bestand daher in der Entwicklung und
Implementierung zweier neuartiger Verfahren zur intraoperativen Registrierung
von Knochenstrukturen. Konzeptionelle Randbedingungen ergaben sich durch die
Verwendung eines kalibrierten Standard-Röntgenbildverstärkers
('C-Bogen', Fluoroskop) als bildgebende Komponente im Operationssaal (OP)
sowie durch die Forderung, auf künstliche Hilfsmarken am
Patientenknochen, die eine Registrierung erleichtern würden, zu
verzichten. Registrierungstechniken unter Einsatz solcher Marken sind bekannt,
sie erfordern jedoch einen -- der eigentlichen Operation vorgeschalteten --
zusätzlichen Eingriff.
Das erste der beiden Verfahren simuliert intraoperativ künstliche
Röntgenbilder auf Basis eines Computer-Tomographie-Datensatzes des
Patienten und vergleicht diese direkt mit realen Fluoroskopieaufnahmen, um
so einen präzisen Rückschluß auf die Lage des Patienten zu
ermöglichen.
Das zweite Registrierungsverfahren verzichtet hingegen auf den
Einsatz einer präoperativen 3D-Bildgebung (Computer-Tomographie).
Stattdessen dient ein formvariables 3D-Modell der patientenunabhängigen,
anatomischen Modellierung zu erwartender Formausprägungen eines
bestimmten Knochens. Ein solches Modell läßt sich intraoperativ
an die -- in den einzelnen Fluoroskopieaufnahmen segmentierten -- Konturen
bzw. Silhouetten des betrachteten Knochens anpassen.
Bei der Realisierung beider Verfahren standen neben einer hohen
Präzision des Registrierungsergebnisses die Kernanforderungen
Praktikabilität im OP-Umfeld, Robustheit und Geschwindigkeit im Vordergrund.
Umfangreiche Experimente mit Oberschenkelknochen-Phantomen und
verschiedenen Wirbeln (Labor-Umgebung) sowie ein klinischer Test
unter Verwendung eines pathologischen Kniepräparats (reale OP-
Umgebung) runden die Arbeit ab und demonstrieren die Leistungs-
fähigkeit und Grenzen der entwickelten Verfahren und Ansätze.
| Betreuer | Schweikard, A.; Univ.-Prof. Dr. |
| Gutachter | Schweikard, A.; Univ.-Prof. Dr. |
| Gutachter | Reinhart, G.; Univ.-Prof. Dr.-Ing. |
| Upload: | 2000-10-09 |
| URL of Theses: | http://tumb1.biblio.tu-muenchen.de/publ/diss/in/2000/roth.pdf |